Was vor Demenz und geistigem Abbau schützt

Wie bleibt unser Gehirn möglichst lange fit? Forschende stoßen auf alltagstaugliche Strategien, die geistigen Abbau bremsen können – und identifizieren zugleich Risiken, die oft unterschätzt werden. Ein Überblick über die neusten Erkenntnisse.

1,8 Millionen Menschen leiden in Deutschland an Demenz, hauptsächlich an Alzheimer, oft auch an vaskulärer Demenz aufgrund von Durchblutungsstörungen im Gehirn. Aktuelle Studien finden überraschend einfache Wege der Vorbeugung, zeigen aber auch Faktoren, die das Demenzrisiko erhöhen.

Gehirnfreundlicher Lebensstil

>> Bewegung stoppt Gedächtnisschwund
In eine US-amerikanische Multicenter-Studie wurden Ältere mit noch milder kognitiver Beeinträchtigung aufgenommen, die über Probleme mit ihrem Gedächtnis klagten. Auch objektiv ließ sich ein Nachlassen der Merkfähigkeit messen, die über die normale Altersvergesslichkeit hinausging. Eine solche Diagnose geht oft in Demenz über.
Die Studienteilnehmer wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Eine praktizierte Herz-Kreislauf-Training, die andere sanfte Übungen mit Dehnen, Balancieren und Bewegen. In beiden Gruppen war nach zwölf Monaten die Gedächtnisleistung stabil. Auch der messbare Volumen-Rückgang des Hippocampus, des Tors zum Gedächtnis im Gehirn, war mit 0,51 Prozent ungewöhnlich niedrig. Das zeigt, dass es für eine gute Wirkung nicht einmal ein anstrengendes Training braucht, es reicht ein leichtes Programm, das ohne Anstrengung durchzuhalten ist. [1]

[1] Baker LD, Pa JA, Katula JA, et al. Effects of exercise on cognition and Alzheimer's biomarkers in a randomized controlled trial of adults with mild cognitive impairment: The EXERT study. Alzheimers Dement. 2025;21(4):e14586. 24. April 2025

>> Hörgerät reduziert Demenzrisiko
Für diese australische Studie wurden Personen mit moderater Schwerhörigkeit in zwei Gruppen eingeteilt. Wer sein Hörgerät im Studienzeitraum nutzte, hatte ein um 33 Prozent geringeres Risiko, an Demenz zu erkranken. Der Hintergrund: Wer schlecht hört, muss sehr viel Nervenkraft einsetzen, um dennoch zu verstehen – oder dies zumindest zu versuchen. Kommunikation, Gedankenaustausch und soziale Teilhabe sind dadurch erschwert. Zudem führt Schwerhörigkeit oft zu Einsamkeit, was ebenfalls ein bedeutender Risikofaktor für Demenz ist. [2]

[2] Cribb L, Moreno-Betancur M, Pase MP, et al. Treating Hearing Loss With Hearing Aids for the Prevention of Cognitive Decline and Dementia. Neurology. 202;106(3):e214572. 14. Januar 2026

>> Tempo-Training senkt Risiko für Jahrzehnte
Die Teilnehmer dieser amerikanischen Studie zum Gehirntraining waren im Schnitt 73,6 Jahren alt – der jüngste war 65, der älteste sogar 94. In den Übungen ging es darum, das Verarbeitungstempo von visuellen Informationen im Gehirn zu beschleunigen. Die Aufgaben am Computer wurden immer komplexer und sollten in immer kürzerer Zeit gelöst werden, wobei die Temposteigerung dem individuellen Lernfortschritt angepasst war. Das Programm forderte zehn Einheiten von je 60 bis 75 Minuten über sechs Wochen sowie vier Auffrischungseinheiten nach elf und nach 36 Monaten. Nach 20 Jahren war von den Teilnehmern ein Viertel weniger als im Bevölkerungsdurchschnitt an Demenz erkrankt. Auch interessant: Die Studie hatte auch Teilnehmergruppen, deren Gehirntraining aus Gedächtnisübungen oder aus Übungen mit logischem Denken und Schlussfolgern bestand. Für diese fanden die Forscher keine signifikanten Vorteile. [3]

[3] Coe NB, Miller KEM, Sun C, et al. Impact of cognitive training on claims-based diagnosed dementia over 20 years: evidence from the ACTIVE study. Alzheimers Dement (N Y). 2026;12(1):e70197. 9. Februar 2026

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Fotos: Geralt Stroke/pixabay.com

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