Blutzucker-Balance: Generalschlüssel der Gesundheit?

Den Zuckerkonsum zu minimieren, gehört zu den wichtigsten Säulen eines gesunden Lebensstils. Der aktuelle Hype um einen stabilen Blutzuckerspiegel hingegen weckt übertriebene Erwartungen. Was bringt das Blutzucker-Tracking für Gesunde wirklich? Wir ordnen ein, was aus wissenschaftlicher Sicht dahinter steckt.

Die Blutzuckerwerte rund um die Uhr im Auge zu behalten – das ist für Menschen mit Diabetes ein absolutes Muss. Seit einigen Jahren machen das auch immer mehr Gesunde. Sie richten ihre Ernährung und ihr Bewegungspensum ganz danach aus, ihre Blutzuckerkurve flach zu halten. Dies sei förderlich für Leistungsfähigkeit, Gewichtsmanagement, ausgeglichene Stimmung und gutes Altern, heißt es. Außerdem helfe es Menschen mit Migräne, Hautproblemen und Polyzystischem Ovarialsyndrom (PMOS). Sogar das Demenz- und Krebsrisiko soll damit zu senken sein.  

Für die kontinuierliche Glukosemessung werden Gewebezuckersensoren genutzt, auch als CGM-Systeme (Continous Glucose Monitoring System) bezeichnet. Die wie weiße, flache Knöpfe aussehenden Sensoren werden im Unterhautfettgewebe des Oberarms mit Hilfe einer Art Stempel verankert. Die gewonnenen Daten lassen sich rund um die Uhr in Echtzeit als Zahlen und Kurven auf einem Lesegerät oder in einer App verfolgen (engl. to track = verfolgen, aufzeichnen).

Aus allen Kohlenhydraten wird (Blut-)Zucker

Wenn wir Kohlenhydrate essen, steigt der Zuckergehalt des Blutes an. Das ist ein normaler Prozess. Bei gesunden Menschen schüttet die Bauchspeicheldrüse genau die erforderliche Menge Insulin aus, um ein Zuviel an Zucker aus dem Blut in die Zellen zu transportieren. Sinkt der Zuckerspiegel zu stark, wirft das Gehirn sofort Gegenregulationen an. Wird sehr kohlenhydratreiche Nahrung auf nüchternen Magen verzehrt, kann dieser Blutzuckeranstieg höher ausfallen. Werden Kohlenhydrate dagegen gemeinsam mit Fetten und Eiweißen gegessen, verläuft die Kurve flacher, weil der Zucker aus den zerlegten Kohlenhydraten langsamer ins Blut transportiert wird.

Sichtbar machen, was sich im Körper abspielt

Dass Blutzucker-Tracking eine spannende Sache sein kann, demonstrierte die französische Biochemikerin und Mathematikerin Jessie Inchauspé, als sie 2019 damit begann, ihre persönlichen Messdaten und die dazugehörigen Kurvendiagramme in sozialen Medien zu posten. Sie zeigte eindrucksvoll, wie unterschiedlich der Blutzucker auf Mahlzeiten reagieren kann. Flachere Kurven, also geringere Blutzuckeranstiege, ergaben sich, wenn Jessie Inchauspé gekochten Reis nicht pur, sondern gemischt mit Hülsenfrüchten gegessen, wenn sie vor dem Teller Spaghetti erstmal einen Salat verzehrt oder wenn sie Ananas nicht als Zwischenmahlzeit, sondern als Nachtisch genossen hatte. Ihr Buch ‚Glucose Revolution‘ (2022) bewog Hersteller von Glukosesensoren, auch Nicht-Diabetiker als Zielgruppe zu bedienen. Die rezeptfrei erhältlichen Sensoren müssen alle zehn bis 14 Tage gewechselt werden, was pro Monat ab 120 Euro aufwärts kostet. Das kann der Nutzer selbst machen, dazu braucht es keinen Arzt.

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Den kompletten, ausführlichen Beitrag lesen Sie in unserem Magazin natürlich gesund und munter 06/2026

Foto: mediaphotos / iStock.com

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