Stark im Duft, wohltuend in der Wirkung und ganz natürlich – die aromatische Minze schenkt ein Gefühl von Frische und Leichtigkeit. Sie klärt den Kopf und lässt uns frei durchatmen, unterstützt bei Erkältungen und Kopfschmerzen. Sie hat sich auch bei Magen-Darm-Beschwerden und Übelkeit bewährt.
Durften Sie schon einmal bei einem frisch aufgebrühten Gläschen Tee die arabische Gastfreundschaft genießen? Dann enthielt er mit Sicherheit frische Minze. In Nordafrika und im Nahen Osten gilt er als Zeichen der Freundschaft. Seine Zubereitung ist denkbar einfach: Für einen typisch arabischen Minztee wird ein Stängel frische Minze direkt ins heiße Teewasser gegeben und in kleinen Gläsern in geselliger Runde mit viel Zucker serviert. Ob in den Dörfern und Städten, ob in der heißen Sahara bei den Tuareg oder den Berbern im Atlas-Gebirge – dass in Nordafrika viel Minztee getrunken wird, hat noch einen weiteren Grund.
Pfefferminze
(Mentha x piperita)
Die Pfefferminze ist eine mehrjährige, krautige Heil- und Gewürzpflanze aus der Familie der Lippenblütler. Ihre vierkantigen Stiele sind leicht behaart und wenig verzweigt, teils leicht rötlich überzogen. Die grünen Blätter sind kreuzweise gegenständig angeordnet, länglich-eiförmig bis lanzettlich geformt und am Rand grob gesägt. Häufig sind sie mit einer violetten Nervatur versehen, unten rötlich gefärbt und mit winzigen punktförmigen Drüsen perforiert. Sie duften intensiv nach Menthol. Von Juni bis September erscheinen rosa bis lila Blüten in endständigen Ähren. Die frostharte Staude erreicht Wuchshöhen von 30 bis 60 cm. Im Herbst stirbt das Kraut ab, im Frühjahr treibt die Pflanze erneut aus.
Frische mit Kühleffekt
Warme Getränke wirken bei Hitze, so paradox es klingen mag, kühlend. Der warme Tee löst einen Schwitzeffekt aus, und die Verdunstung des Schweißes auf der Haut sorgt für eine angenehme Senkung der Körpertemperatur. „Das weit verbreitete Gerücht, dass mentholhaltige Minze in der Sahara für zusätzliche Kühlung sorgt, ist aber nicht korrekt“, erklärt der Wildkräuter-Experte und Fachbuchautor Rudi Beiser: „Minzen, die in diesen Gegenden verwendet werden, sind meist Arten, die wenig oder gar kein Menthol enthalten, zum Beispiel die Marokkanische Minze.“ Die bei uns so populäre Pfefferminze sei in diesen Ländern kaum bekannt.
Wer hierzulande mit einem frisch zubereiteten Tee aus echter Pfefferminze (Mentha x piperita) die Sommer- hitze erträglicher machen wollte, profitierte dagegen von dem zusätzlichen Kühleffekt durch das aus dem aromatischen Kraut freigesetzte Menthol. Es stimuliert spezielle Kälterezeptoren in der Haut und in den Schleimhäuten und täuscht dem Gehirn ein Kältegefühl vor, obwohl die tatsächliche Körpertemperatur nicht sofort sinkt. Der Tee sollte für diesen Zweck weder ganz heiß noch lauwarm sein, sondern angenehm warm mit 50 bis 60 °C. So muss der Körper weder Energie aufwenden, um ein zu kaltes Getränk auf Körpertemperatur zu bringen, noch kommt er zusätzlich ins Schwitzen. Die Thermoregulation über Verdunstungskälte funktioniert aber nur bei trockener Hitze und wenn wir lockere, bequeme Kleidung aus natürlichen Fasern tragen. Nur dann kann der erzeugte Schweiß auch verdunsten und den Körper abkühlen.
Gut für Magen, Kopf und Nase
Minze ist im nordafrikanischen Mittelmeerraum nicht nur als Tee überaus beliebt, sie bereichert auch als aromatisch-frische Zutat viele Gerichte der Orientküche, von Taboulé über Joghurt-Dips bis hin zu den zahlreichen orientalischen Lamm- oder Fleischgerichten. Das hat Tradition: Schon die alten Griechen und Römer nutzten Minze als Würzzutat. Angeblich bestreuten sie bei Festgelagen sogar den Fußboden mit den aromatischen Blättern, um mit dem Duft die Esslust der Gäste anzuregen, und trugen Kränze aus Minze um den Kopf, um mit dem frischen Duft einem alkoholbedingten Kater vorzubeugen.
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